Wahlprogramm

Foto | Manfred Pollert

Demokratie

Demokratie lebt vom Mitmachen. Eine starke Gemeinde entsteht dort, wo
Menschen Verantwortung übernehmen, sich einbringen und gemeinsam ihre
Zukunft gestalten. Für uns bedeutet Kommunalpolitik deshalb mehr als Ent-
scheidungen im Rathaus zu treffen. Wir wollen die Menschen in unserer Ge-
meinde aktiv an politischen Prozessen beteiligen, das Ehrenamt stärken und
Orte schaffen, an denen Gemeinschaft gelebt werden kann. Denn Zusammen-
halt, Offenheit und gegenseitiger Respekt sind die Grundlage für ein lebens-
wertes Bissendorf.

  • Verfassungsfeindliche Parteien haben keinen Platz in unserer Mitte.
    Wir schließen jegliche Zusammenarbeit mit gesichert rechtsextremis-
    tischen Parteien, sowie Parteien, die mit ihnen zusammenarbeiten, aus.
  • Wir möchten die Beteiligung von Bürger:innen ausbauen. Aus diesem
    Grund wollen wir neue Formate schaffen, durch die Bürger:innen ihre
    Anliegen direkt mit uns als Partei teilen können.
  • Eine lebendige Gemeinde braucht Orte, an denen Menschen zusam-
    menkommen und miteinander ins Gespräch kommen können. Deshalb
    wollen wir die Ortskerne stärken und als attraktive Begegnungsorte für
    alle Generationen weiterentwickeln.
  • Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen. Daher setzen
    wir uns für den Erhalt, die Modernisierung und – wo notwendig – den
    Neubau von Dorfgemeinschaftshäusern ein, damit in möglichst vielen
    Ortsteilen Räume für Vereine, Veranstaltungen und das gesellschaftli-
    che Miteinander zur Verfügung stehen. Leerstehende oder nicht mehr
    genutzte Gebäude bieten dafür Chancen. Deshalb wollen wir prüfen,
    wie beispielsweise die ehemalige Grundschule in Wissingen als Ort für
    Begegnung, Kultur, Vereine oder bürgerschaftliches Engagement ge-
    nutzt werden kann.
  • Das Ehrenamt ist eine tragende Säule unseres gesellschaftlichen
    Zusammenhalts. Aus diesem Grund setzen wir uns für die Unterstüt-
    zung von Vereinen, Initiativen und freiwillig Engagierten ein und wol-
    len gute Rahmenbedingungen für ihr wichtiges Engagement schaffen.
  • Eine starke Gemeinde lebt von Zusammenhalt und gegenseitiger
    Unterstützung. Daher fördern wir Integrations- und Nachbarschaftspro-
    jekte, die Menschen zusammenbringen, den Austausch stärken und das
    Miteinander in unserer Gemeinde fördern.
  • Damit das Waldbad weiterhin ein Treffpunkt für Bissendorfer:innen al-
    ler Generationen bleibt, fordern wir ein Alkohol- und Rauchverbot auf
    dem Gelände des Freibades.

Jugend

Jugendliche sind nicht nur die Zukunft unserer Gemeinde – sie sind bereits
heute ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Deshalb wollen wir die Interes-
sen, Bedürfnisse und Ideen junger Menschen stärker in den Mittelpunkt der
Kommunalpolitik rücken. Dafür braucht es verlässliche Strukturen in Schule
und Freizeit sowie soziale Unterstützung, die allen Jugendlichen gute und
faire Entwicklungschancen ermöglichen. Für uns bedeutet Jugendpolitik des-
halb: Mitbestimmung stärken, Bildung gerechter gestalten und Räume schaf-
fen, in denen junge Menschen sich willkommen und ernst genommen fühlen.

  • Wir fordern die Einrichtung eines Jugendparlaments, um Jugendlichen
    eine Stimme zu verschaffen. Damit Jugendliche auf diesem Weg Selbst-
    wirksamkeit erfahren können, soll das Jugendparlament ein Rederecht
    im Gemeinderat und ein Rede- und Antragsrecht in einigen Ausschüs-
    sen erhalten, sowie perspektivisch ein eigenes Budget. Es sollen neue
    Wege geschaffen werden, über die Jugendliche erreicht werden kön-
    nen.
  • An den Bissendorfer Grundschulen haben ab dem Schuljahr 2026/27
    alle neu eingeschulten Kinder einen Anspruch auf einen Platz in der
    freien Ganztagsbetreuung. Wir setzen uns für die Umsetzung des vorab
    von den Lehrkräften erarbeiteten Konzepts ein, ab der dritten Klasse
    an zwei Tagen pro Woche einen teilgebundenen Ganztag einzuführen.
    Eine durch Fachkräfte begleitete Betreuung mit pädagogischem Kon-
    zept und kindgerechtem Betreuungsschlüssel ermöglicht mehr indivi-
    duelle Förderung und trägt dazu bei, Bildung gerechter zu gestalten.
  • Wir setzen uns ein für den barrierefreien Umbau der Bissendorfer Kitas,
    Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, damit alle Mitglieder der
    Gemeinde möglichst uneingeschränkten Zugang zu allen Lebensberei-
    chen in Bissendorf haben können.
  • Wir setzen uns für den Ausbau der Schulsozialarbeit an den Schulen in
    Bissendorf ein. Gute Schulsozialarbeit entlastet Lehrkräfte, unterstützt
    Schüler:innen in verschiedensten Krisen und schafft ein positives Lern-
    klima.
  • Die zunehmenden Hitzebelastungen machen auch vor unseren Schu-
    len nicht halt. Deshalb wollen wir prüfen, wie die Bissendorfer Schulen
    durch zum Beispiel Beschattung, zusätzliche Begrünung, Entsiegelung
    von Flächen oder auch Klimaanlagen klimaresilient gestaltet werden
    können und so die Lern- und Aufenthaltsqualität verbessert wird.
  • Wir fordern die Bereitstellung von kostenlosen Hygieneprodukten an
    den Bissendorfer Schulen und allen anderen öffentlichen Gebäuden.
  • Wir fordern die Schaffung dauerhaft zugänglicher Räume für Jugendli-
    che, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Junge Menschen ha-
    ben ein Recht auf Orte in unserer Gemeinde, an denen sie sich aufhal-
    ten und entfalten können und sich willkommen fühlen. Dabei ist es uns
    besonders wichtig, dass alle Jugendlichen unabhängig von unter-
    schiedlichen Diversitätsmerkmalen berücksichtigt und in die Planung
    einbezogen werden.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Jugendprojekte im Ehrenamt durch den
    Gemeindehaushalt bezuschusst werden.

Klima

Klimaschutz und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen gehören
zu den zentralen Aufgaben der Kommunalpolitik. Gerade auf Gemeindeebene
werden viele Entscheidungen getroffen, die direkte Auswirkungen auf Flä-
chenversiegelung, Mobilität und die lokale Natur haben. Gleichzeitig spüren
wir die Folgen der Klimakrise auch vor Ort immer deutlicher, etwa durch Hit-
zeperioden oder den Verlust biologischer Vielfalt. Kommunale Klimapolitik
bedeutet für uns deshalb, konkrete und umsetzbare Maßnahmen zu ergrei-
fen, um unsere Gemeinde zukunftsfähig, lebenswert und resilient zu gestal-
ten.

  • Günstige und niedrigschwellige Mobilität gewährleistet Teilhabe. Des-
    halb fordern wir eine Buslinie, welche die Ortsteile unserer Gemeinde
    untereinander verbindet, damit keine Fahrt nach Osnabrück nötig ist,
    um einen anderen Ortsteil zu erreichen. Zusätzlich wollen wir die Ein-
    führung eines Rufbuskonzepts prüfen.
  • Der Schutz von Natur und Umwelt muss bei allen Eingriffen in die
    Landschaft mitgedacht werden. Deshalb setzen wir uns für qualitativ
    hochwertige Ausgleichsflächen ein, die einen echten Beitrag zum Ar-
    ten- und Naturschutz leisten und langfristig gesichert werden.
  • Klimaschutz gelingt nur gemeinsam mit den Bürger:innen sowie den
    landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort. Deshalb wollen wir private Kli-
    maschutzmaßnahmen stärker fördern und insbesondere den Ausbau
    von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dachflächen und landwirt-
    schaftlich genutzten Flächen unterstützen.
  • Eine erfolgreiche Klimapolitik braucht Fachwissen und Kontinuität.
    Deshalb setzen wir uns für den dauerhaften Erhalt der Stelle der
    Klimaschutzmanagerin ein, um Klimaschutzmaßnahmen in unserer
    Gemeinde zu koordinieren, Fördermittel einzuwerben und Bürger:in-
    nen kompetent zu beraten.
  • Bissendorf hat bereits 2020 ein „Integriertes Klimaschutzkonzept“ er-
    arbeiten lassen, das anschließend vom Gemeinderat angenommen
    wurde. Wir setzen uns dafür ein, dass dieses Konzept nunmehr mit ho-
    her Priorität umgesetzt wird.
  • Der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Flächen ist eine der
    zentralen Zukunftsaufgaben unserer Gemeinde. Deshalb setzen wir auf
    eine flächensparende Gemeindeentwicklung, die Innenentwicklung
    und die Nutzung bestehender Potenziale vor der Ausweisung neuer
    Baugebiete bevorzugt.
  • Neue Baugebiete und Bauvorhaben müssen den Anforderungen des
    Klima-, Natur- und Umweltschutzes gerecht werden. Deshalb stehen
    wir für eine ökologisch verantwortbare Bauleitplanung, die Grünflä-
    chen sichert, Versiegelung reduziert und den Erhalt wertvoller Natur-
    flächen berücksichtigt.
  • Zusätzlich zu den klimaresilienten Schulen wollen wir auch in anderen
    öffentlichen Gebäuden prüfen, wie diese ebenfalls durch zum Beispiel
    Beschattung, zusätzliche Begrünung, Entsiegelung von Flächen oder
    auch Klimaanlagen klimaresilient gestaltet werden können.
  • Die letzten Hitzeperioden haben gezeigt, wie schwierig es sein kann,
    erträgliche Temperaturen in der eigenen Wohnung zu bewahren. Des-
    halb wollen wir prüfen, wie die Gemeinde in den drei größten Ortstei-
    len jeweils klimatisierte Räume schaffen kann, die den Bürger:innen
    zur Abkühlung zur Verfügung gestellt werden.
  • Das Fahrrad ist ein umweltfreundliches, gesundes und alltagstaugli-
    ches Verkehrsmittel. Deshalb wollen wir die Fahrradinfrastruktur in un-
    serer Gemeinde konsequent ausbauen, Lücken im Radwegenetz schlie-
    ßen und sichere Verbindungen zwischen den Ortsteilen schaffen. Zu-
    sätzlich wollen wir prüfen, inwiefern Nebenstraßen zu Fahrradstraßen
    umgewandelt werden können, um das Radfahren noch sicherer zu ma-
    chen.
  • Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, wollen wir alle Mög-
    lichkeiten ausschöpfen, eine Tempobegrenzung auf 30km/h innerorts
    in unserer Gemeinde umzusetzen.