(vorerst) kein Fracking in Bissendorf vorgesehen

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung heute meldet, hat sich die Fa. Exxon von Plänen vorerst verabschiedet, in Bissendorf weitere Fracking-Maßnahmen durchzuführen. Grund ist die geringe Tiefe der Lagerstätten vor Ort. Was für Exxon ursprünglich ein Vorteil war (geringe Bohrtiefe = geringe Kosten), wendet sich nun zu einem Nachteil. Denn der "unabhängige" wissenschaftliche Expertenrat des von Exxon initiierten (und bezahlten) "Informations- und Dialogprozesses" hatte bei der Vorstellung seiner Empfehlungen am 25. April zwar seine grundsätzliche Zustimmung zu dem umstrittenen Verfahren gegeben, aber auch einige vorläufige Ausschlusskriterien formuliert.

Vorläufig, weil der Expertenrat eine zu geringe Datenbasis für gesicherte Erkenntnisse bemängelt hatte und diese in weiteren Forschungsprojekten zu gewinnen sucht. Für diese Projekte sollen Einschränkungen gelten. So sollen sie nicht in geologischen Störungszonen, in der Umgebung (Zone I und II) von Heil- und sonstigen Quellen erfolgen, und nur in Tiefen unterhalb 1000 Metern. Weil wir die Tiefe der Gasvorkommen in Bissendorf nicht kannten, sind wir davon ausgegangen, dass hier kein Ausschlusskriterium greift. Das tut es aber anscheinend wohl doch und wir sind vorsichtig entspannt.

Auch wenn wir das Problem nun nicht mehr direkt vor der Haustür haben, scheinen die Bürger der Gemeinde Badbergen den Schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen. Dort soll angeblich das Pilotprojekt „Ortland 26“ ,diesmal in 2.400 Meter Tiefe durchgeführt werden. Und in guter Tradition von Bürgerinitiativen, denen ja gerne eine gewisse "NIMBY"-Haltung (Not in my Backyard) vorgeworfen wird, erklären wir hiermit Badbergen zu unserer direkten Nachbarschaft.

Und noch etwas. Auf der Abschlusskonferenz wurde deutlich, dass durch Fracking gefördertes Erdgas eine erheblich schlechtere Energie- und damit Klimabilanz hat als bislang angenommen. Diese negative Bilanz steigt an, je tiefer gebohrt werden muss. Da der Expertenrat oberflächennahe  Förderung ausgeschlossen hat, hat sich das Problem verstärkt.

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