Schmutziges Erdgas

Pressemitteilung von Bündnis90/Die Grünen, Niedersachsen vom 22. Februar 2011

Gefahren bei Förderung von „schmutzigem Gas“ jahrelang unterschätzt

Die niedersächsischen Landtagsgrünen fordern mit einer parlamentarischen Initiative umfassende Aufklärung über die Gefahren im Zusammenhang mit der Förderung von sogenanntem "schmutzigen Erdgas" in Niedersachsen. "Auf Nachfragen wird mit Beschwichtigungen reagiert, obwohl immer neue Meldungen über Folgen und Nebenwirkungen an die Öffentlichkeit dringen", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Dienstag (heute) in Hannover.

Der Grünen-Politiker verwies auf einen aktuellen Bericht im NDR-Magazin "Markt im Dritten" vom 21.02.2011, in dem über erhöhte Benzolwerte im Blut eines Anwohners des Gasfeldes bei Söhlingen im Landkreis Rotenburg informiert wurde. Aus dem Bereich Hengstlage (Landkreis Oldenburg) wurde zudem über einen neuen Schaden an einer Gasleitung berichtet. "Diese Meldungen müssen alarmieren", sagte Wenzel. Offenbar würden die verantwortlichen Behörden bislang keine Messungen über mögliche Luftschadstoffe vornehmen.

 

Der Grünen-Politiker kritisierte, dass die Bergbehörden des Landes bislang seine Anfrage unbeantwortet ließen. Die Auskunft, dass es zunächst eine "Beratung mit den Betroffenen" geben müsse, sei für ihn nicht akzeptabel, weil die Landesbehörde damit nicht die AnwohnerInnen meine, sondern die Verursacher von Exxon Mobil.

Wenzel forderte unverzügliche Kontrollmessungen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und unabhängige Gutachter. In den Fördergebieten für "schmutziges Erdgas" und in den Gemeinden mit bereits aufgetretenen Leitungsschäden an Lagerstättenleitungen müssten Boden, Wasser und Luft analysiert und auf alle denkbaren Inhaltsstoffe der Gaslagerstätten und auf die Chemikalien der Fracing-Flüssigkeiten überprüft werden.

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