Jetzt auch die CDU: Kein Fracking im Osnabrücker Land

Besser spät als nie.

Lange Zeit schien es so, dass wir Grüne wieder mal die Arschkarte gezogen hatten, als wir uns gegen Erdgasförderung in Bissendorf und Umgebung äußerten. Wieder einmal fanden wir uns in der Rolle der grünen Neinsager, Verweigerer, Blümchenzähler wieder, wieder einmal waren wir die "Dagegen-Partei". Während sich alle anderen politischen Parteien am Fortschritt abarbeiten, das Land vorwärts bringen und die Wirtschaft päppeln, mäkeln die Grünen wieder mal an allem herum. Sogar am Erdgas. Dabei ist das doch so umweltfreundlich, jedenfalls viel besser als Kohle, die das Klima wandelt, oder sogar Atomkraft, die die Grünen ja erst recht nicht haben wollen. Also: schön blöd, die Grünen?

Anscheindend wohl doch nicht. Denn sogar die CDU-Fraktion im Kreistag, bzw. deren Arbeitskreis Energie und Umwelt sieht die Förderung von Erdgas im Osnabrücker Land inzwischen skeptisch. Bei einem Lokaltermin dieses Arbeitskreises an der Bohrstelle in Bad Laer meinte dessen umweltpolitischer Sprecher Thomas Uhlen: "Es wäre politischer Irrsinn, das einfach so in Kauf zu nehmen!"

Grund für diese geänderte Haltung mag ein Erkenntnisgewinn innerhalb des CDU-Arbeitskreises sein: Die Erkenntnis, dass die geplante Erdgasförderung mit immensen Risiken und Nebenwirkungen belastet ist. Denn das zu fördernde Erdgas liegt in "unkonventionellen" Lagerstätten und muss daher auch "unkonventionell" gefördert werden. Diese Methode heißt: "Fracking" und ist höchst umstritten, weil sie mit großen Mengen giftigen Chemikalien arbeitet, die nach dem Vorgang zu großen Teilen im Boden verbleiben. Eine Gefährdung des Grundwassers ist dabei nicht ausgeschlossen.

Für Uhlen ist die Trinkwassergefährdung auch ein rechtliches Problem. Denn die Kommunen können eine Erdgasförderung zwar nicht verhindern, weil diese unter das Bergrecht falle und darin keine lokalen Einspruchsrechte formuliert seien. Aber im Falle einer Trinkwassergefährdung sei er sich nicht sicher, ob die Haftungsfrage dann nicht doch an den Kommunen hängenbleibe.

Aber noch eine weitere Sache ist dem Arbeitskreis inzwischen aufgefallen: Die Förderung konventioneller Energieträger konterkariert den unter breiter Zustimmung gefassten "Masterplan Klimaschutz" des Landkreises, der auch für die CDU eine gewisse Bedeutung besitzt.

Und wenn man sich gleichzeitig die Reaktionen der betroffenen Bevölkerung ansieht, die heftig protestiert und sich in Bürgerinitiativen zusammentut, dann mag das noch ein weiterer Grund für den Umschwung bei der CDU sein.

Geht doch!

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