GRÜNE fordern Einstellung des Fracing-Verfahrens bei Erdgas-Bohrungen

PRESSEMITTEILUNG von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag vom 28. Januar 2011

Gefährdung für Menschen und Umwelt muss ausgeschlossen sein.

Die Landtagsgrünen haben die Landesregierung aufgefordert, den Einsatz der Fracing-Technik bei Erdgas-Bohrungen so lange zu untersagen, bis die Erdgasfirmen nachgewiesen haben, dass Menschen und Umwelt nicht gefährdet werden. Nach wie vor sei das Ministerium nicht willens oder in der Lage, wesentliche Fragen zu dem umstrittenen Verfahren zu beantworten, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel nach der heutigen (Freitag) Unterrichtung von Mitgliedern des Wirtschafts- und des Umweltausschusses.

Offenbar seien selbst in Wasserschutzgebieten seit Jahren große Mengen Wasser gefährdender Chemikalien mit extrem hohem Druck in den Untergrund verpresst worden. "Die beteiligten Unternehmen mussten zu keinem Zeitpunkt offen legen, welche Stoffe sie dabei verwenden. Unklar ist, ob das Wirtschaftsministerium seine untergeordnete Behörde – das Landesbergamt – nicht im Griff hatte oder ob sich beide von Exxon-Mobil und anderen Unternehmen an der Nase haben herumführen lassen", kritisierte der Grünen-Politiker.

Allein in Damme im Landkreis Vechta seien offenbar 10 Tonnen Tetramethylammoniumchlorid in den Untergrund gepumpt worden. Über den Verbleib dieses Stoffes, der bei Verschlucken lebensgefährlich sei, habe das Wirtschaftsministerium keine Auskunft geben können. Auch im Zusammenhang mit Leckagen an Bohrleitungen in Söhlingen habe der Staatssekretär einräumen müssen, dass man entscheidende Chemikalien gar nicht beprobt habe.

Der Grünen-Politiker erneuerte seine Forderung bei künftigen Erdgasbohrungen zwingend eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung vorzuschreiben.

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