Gründung einer Bürgerinitiative gegen Erdgasbohrungen und Fracking in Bissendorf

Über 50 Bürgerinnen und Bürger kamen am 12. 4. (trotz kurzfristiger Einladung) auf Anhieb in das Landhaus Stumpe, um bei der Gründung der Bürgerinitiative "Frac-Freies Bissendorf" dabei zu sein. Dazu s. auch der Bericht auf os1.tv

Es ist damit zu rechnen, dass noch in diesem Jahr die Vorbereitungen für die Erdgasförderung, die auch das riskante Fracking (Hydraulic Fracturing) einschließen können, beginnen werden. Es wird mit Sicherheit  auch nicht bei nur einer Bohrstelle bleiben.

Ferner wird am 25. April der von Exxon mit großem Aufwand finanzierte "Informations- und Dialog-Prozesses" mit einer Abschlußkonferenz in der Stadthalle Osnabrück zu Ende gehen. Nach den bisherigen Ergebnissen ist nicht damit zu rechnen, dass die beteiligten Experten sich generell gegen das Fracking aussprechen werden.

Welche fatalen Folgen diese sog. "unkonventionelle Förderung" in den USA hat, zeigte eindrucksvoll der prämierte Film "Gasland" von Josh Fox (USA/2010).

Der Gemeinderat hat vor kurzem eine Resolution gegen die Fracking-Vorhaben verabschiedet, dies hat jedoch noch keine juristische Bedeutung, da für die Genehmigung allein das Bergamt zuständig ist. Nur Öffentlichkeitsarbeit und politischer Druck von allen Bürgern und von allen Fraktionen kann helfen, die Qualität unseres Grundwassers und unserer Umgebungsluft zu erhalten.

 

Am 18. April erschien in der NOZ eine Anzeige von Exxon zu der wir kurz Stellung nehmen möchten.

 

Unter der Überschrift "Der Mythos des brennenden Wasserhahns" behauptet Exxon, einige Szenen in dem Film GASLAND hätten nichts mit Erdgasbohrungen zu tun. Es wird weiter behauptet, die in dem Film gezeigten brennenden Wasserhähne stünden nicht mit der Erdgasproduktion in Zusammenhang, sondern seien durch „natürlich vorkommendes Erdgas“ verursacht. (Da es kein künstliches Erdgas gibt, ist wohl gemeint: Auf natürlichem Wege austretendes Erdgas). Der Produzent des Films hätte inzwischen bestätigt, er hätte nicht alle Fakten berücksichtigt.

Als einzige Quelle wird in der Anzeige auf die Seite www.erdgassuche-in-deutschland.de (von Exxon herausgegeben) verwiesen. Dort findet sich wiederum ein Link zu http://www.europaunkonventionelleserdgas.de/home/faq/die-wahrheit-ueber-gasland (natürlich auch von Exxon), wo 4 Quellen angegeben sind:

Diese stammen von verschiedenen Lobby-Organisationen und Unternehmensberatern (alle auf englisch) , die aber wiederum auf einem einzigen Bericht basieren, und zwar von der Colorado Oil and Gas Conservation Commission. Dies ist eine Behörde, deren Aufgabe es ist (nach eigener Aussage), „die verantwortliche Entwicklung der Öl- und Gasvorkommen“ zu fördern:   http://cogcc.state.co.us/library/GASLAND%20DOC.pdf

Dieser Bericht bezieht sich nun auf einige der gezeigten Szenen, ist aber alles andere als eine Widerlegung der Aussagen in dem Film. Bestätigt wird vielmehr:

- Brennendes Wasser in drei Häusern (auf die anderen Szenen wird nicht eingegangen), davon sei ein Fall auf Gasförderung zurückzuführen (!), bei den beiden anderen sei aber natürlicher Gas-Austritt die Ursache (wohl aus von den Wasserbrunnen angebohrten Kohleflözen). Außerdem wurden von der Behörde die Aufzeichnungen der Bohrunternehmen überprüft. Diese würden bezeugen, dass während der Bohrungen keine Probleme aufgetreten seien!

- Danach wird in dem Bericht auf Gasaustritte am „West Divide Creek“ eingegangen und als Ursache eine Gasbohrung bestätigt (!), die nicht ordnungsgemäß zementiert worden sei.

Soweit zu der Filmkritik von ExxonMobil.

(Nebenbei: In den Interviews in dem Film erklären die Betroffenen immer wieder und glaubwürdig, dass sie sich von den Behörden nicht ernst genommen fühlen.)

Dagegen steht z.B. eine Untersuchung von Osborn: Danach wurden in einer Region in Pennsylvania zwar Methan in 85% der Trinkwasserbrunnen gefunden (aus Kohleflözen u.a.) , aber in der Nähe von Gasbohrungen in 17fach höherer Konzentration! Es wird nachgewiesen, dass für letztere sowohl der Fracking-Prozess als auch undichte Bohrlöcher mit hoher Wahrscheinlichkeit ursächlich sind.

(Osborn et al.: Methane contamination of drinking water accompanying gas-well drilling and hydraulic fracturing. 2011www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1100682108 )

Auf die von den Betroffenen vorgebrachten, noch viel ernsteren Berichte über Vergiftungen von Menschen und Tieren gehen die Kritiker gar nicht erst ein.

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