Exxon Statusbericht: Mehr Fragen als Antworten

Am Dienstag, den 6. November 2012 hat ExxonMobil einen Statusbericht zu den Umsetzungen der von Exxon beauftragten Risikostudie zum unkonventionellen Gasbohren/ Fracken vorgestellt. Damit will der Konzern öffentlich demonstrieren, dass er die Empfehlungen aus dem Dialogprozess ernst nehmen und die Ergebnisse nicht in den Schubladen verstauben lassen will. So wurde angekündigt, von Bad Laer und Bissendorf als Förderregionen abzusehen und die vorhandenen Bohrlöcher zu verfüllen, eine sehr logische und richtige Konsequenz aus den Risikostudien.

Also wird alles gut?

Wohl kaum, denn während der Veranstaltung offenbarte sich eindrucksvoll, welch grundlegendes Wissen über Auswirkungen und Gefahren der Bohrungen und Fracks bislang eben noch nicht vorhanden ist, und dass die Förderunternehmen anscheinend trotzdem fördern wollen.

Dass überhaupt ein Problembewusstsein existiert, ist nicht den Förderunternehmen zu verdanken, die ihre Kommunikationsbereitschaft nun so eifrig in den Vordergrund rücken, sondern einzig und allein Verdienst der aufmerksamen und aktiven Bevölkerung. Nur durch Nachforschen der Bürger und ihre Fragen wurde und werden Konzern und Bergamt jetzt gedrängt, wenigstens in Ausschnitten nach den wichtigsten Wissensgrundlagen zu forschen. Die bequemen Zeiten, in denen einfach ohne große Rücksicht auf Auswirkungen gebohrt und gefrackt werden konnte, sind für die Gasförderfirmen damit zum Glück im Moment vorbei.

Interessanterweise schätzt Exxon selbst die Wahrscheinlichkeit als relativ gering ein, dass das unkonventionelle Gasfördern bei uns wirtschaftlich darstellbar ist. Da stellt sich zwangsläufig die Frage, wer forciert die Förderbemühungen eigentlich?

Ist das Argument, möglicherweise zwei Jahrzehnte unabhängig vom ausländischen Gas zu sein, für unsere Regierung so schwerwiegend, dass sie das Gas unter der Bundesrepublik Deutschland mit der Zuteilung der Claims an amerikanische Firmen verschenken muss und sie zu Förderbemühungen drängt?

Und all das unbeachtet der Frage, was aus den Lebensbedingungen der hunderttausenden bertoffenen Menschen und den Wirtschaftsstandorten wird? Und unbeachtet der Möglichkeit, dass Gas auch verflüssigt und anderweitig als in Deutschland verkauft werden kann? Und was ist nach zwei Jahrzehnten? Dann stehen wir genau da, wo wir heute stehen: ohne Zukunftskonzept für die Energieversorgung aber mit eintretenden Spätfolgen der unkonventionellen Gasförderung?

Wir müssen anscheinend noch sehr tief graben, um wirkliche Antworten zu finden.

Und vor allem müssen wir und die Regierungen endlich anfangen, ähnliche Geldmengen und Anstrengungen in neue, regenerative und langfristige Energielösungen zu stecken, unabhängig von fossilen Energieträgern. Das ist der einzig verantwortungsbewusste Weg in die Zukunft der Energieversorgung.

Anna Kebschull

IG Fracking freies Bad Rothenfelde

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