EXXON- „Fachkonferenz zur Sicherheit und Umweltverträglichkeit..." am 27.Mai 2011

EXXON- „Fachkonferenz zur Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Fraccing-Technologie“ am 27.Mai 2011 in Münster: Probe-Frac im Oktober?

Der Inhalt der Veranstaltung bestand im Wesentlichen in der Vorstellung des „Neutralen Expertenkreises“. Anwesend waren geschätzte 80 Personen, überwiegend Vertreter aus den betroffenen Kommunen, verschiedener Wasser- und Stadtwerke, von Bürgerinitiativen und Verbänden. Dementsprechend gab es natürlich viele kritische Fragen und Kommentare, insbesondere zur Gefährdung des Grundwassers und des Landschaftsbildes (Tourismus und Wohnqualität im Münsterland). Zerstreut werden konnten die Befürchtungen bisher nicht.
Anwesendend waren auch die Vorstandssprecher des „Landesverband Bergbaubetroffener NRW“: Ulrich Behrens, Klaus Friedrichs und Klaus Wagner.
Dieser Verband hat reichlich Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Bergbau-Unternehmen, dazu gehören auch die Folgen der Gewinnung von Grubengas und der mehr oder weniger legalen Beseitigung beispw. von Spülflüssigkeiten.
(Die sog. „Entsorgung“ der Fracking-Flüssigkeiten sollte besonders kritisch hinterfragt werden, hier läßt die Gesetzgebung offenbar ungeahnte Möglichkeiten zu.)

 

Was ist von dem Expertenkreis zu erwarten?
Forschungen auf dem Gebiet der Sicherheit können nicht geleistet werden, das wurde deutlich gesagt. Sondern: Aussagen aufgrund von Literaturstudium und der technischen Angaben von EXXON.
D.h., am Ende wird eine Risiko-Wahrscheinlichkeit stehen, die natürlich – wie in jedem technischen System – nicht Null sein kann. Dazu wird der Expertenkreis dann evtl. eine Empfehlung an EXXON aussprechen, vielleicht verbunden mit der Forderung, dieses oder jenes Detail im Prozess zu verbessern.
(Übrigens gehört zum Aufgabenkatalog auch die Bewertung der Sinnhaftigkeit in Hinsicht auf Vermeidung von Treibhausgasen gegenüber anderen Energieträgern – hier kann man gespannt sein.)
Die Ergebnisse werden natürlich für EXXON von Bedeutung sein für die weitere Argumentation gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik. Daher sollten (und können!) die Grundlagen und die Aussagekraft der Empfehlungen des Expertenkreises kritisch hinterfragt werden.
Schon jetzt wurde angedeutet, dass die Vielzahl der Fragen in der kurzen Zeit kaum abgearbeitet werden kann.
Die Präsentationen stehen hier zur Verfügung:
 
Auf die (letzte) Präsentation der Toxikologin Frau Dr. Schmitt-Jansen möchte ich hier noch kurz eingehen: Es stellte sich heraus, dass für die meisten Stoffe in der Frack-Flüssigkeit gar keine Angaben zur Toxizität vorliegen. Sie versucht daher, an Hand von weiteren in Datenbanken vorliegenden Daten über eine Modellrechnung die Toxizität (die Wasser-Gefährung) der Stoffe zu ermitteln. Wie EXXON da bisher zur Aussage kommen konnte, die Frack-Flüssigkeit sei kein Gefahrgut, bleibt schleierhaft. Soweit zur Aussagekraft der Daten von EXXON.

Wichtiger Meilenstein: Für Oktober 2011 steht weiterhin ein „Probe-Frac“ auf dem Programm. Der Expertenkreis betrachtet dies als Option, also noch offen. Man kann aber auch andersherum vermuten, dass dieses Datum von EXXON gesetzt wurde. Man will ja schließlich auch mal weitermachen.
Was soll dieses „Probe-Frac“ dem Expertenkreis bringen? Neue technische Erkenntnisse sind nicht zu erwarten, wie auf Nachfrage bestätigt wurde, schon gar nicht in Hinsicht auf Langzeit-Folgen.
Wo dieses „Probe-Frac“ stattfinden soll, ist offen. Vermutlich in Niedersachsen, denn in NRW ist keine Genehmigung zu erwarten.
Dieses „Probe-Frac“ ist daher aus Sicht der betroffenen Bürger abzulehnen!

Dazu noch ein Pressebericht

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