Einwand von Manfred Lück zu den Empfehlungen des Exxon-Expertenkreises

Exxon-Expertenkreis zur unkonventionellen Gasförderung

Einer der Experten sagte beim 5. oder 6. Treffen, Wissenschaft sei eine besondere Struktur, ein besonderer Weg, Fragen zu beantworten. Hier wurde im Wesentlichen die Frage gestellt: Wie kann man die Risiken der unkonventionellen Gasförderung minimieren?

Wir haben darauf Antworten erhalten.

Aber ist das die richtige Frage?

Muss nicht zuallererst gefragt werden:

- Brauchen wir die unkonventionelle Erdgasförderung?

- Wer hat welchen Nutzen durch diese Form der Gasförderung?

- Gibt es eine zwingende Notwendigkeit, dieses Gas zu fördern?

Die einzig denkbare zwingende Notwendigkeit, der auch wir als betroffene Anwohner uns beugen müssten, wäre ein drohender Zusammenbruch der Energieversorgung. Nun lässt sich überall nachlesen, dass konventionelle Gasreserven noch für 70 Jahre vorhanden sind. Erklärtes politisches Ziel aller politischen Parteien ist aber die Energiewende binnen 30 bis 50 Jahren komplett weg von fossilen hin zu regenerativen Energien.

Ein weiteres gewichtiges Argument wäre, die Importabhängigkeit der Bundesrepublik zu mindern. Ich habe nichts anderes gehört oder gelesen, als dass der Gasimport der Bundesrepublik durch unkonventionelle Gasförderung maximal um 3 % sinken kann.

Eine zwingende Notwendigkeit zur Erschließung dieser unkonventionellen Gasreserven lässt sich also nicht erkennen!!

Als einziges Motiv für das unkonventionelle Gasbohnen hier in diesem eng besiedelten Gebiet ist also nur das Gewinnstreben der Energiekonzerne und möglicherweise die Hoffnung einiger Politiker auf Förderabgaben.

Dürfen deshalb ganze Landstriche verwüstet werden?

Wir haben hier gehört: Wenn diese Förderung konsequent durchgeführt wird, ist jeweils im Abstand von 2 Km ein Bohrplatz erforderlich. Können Sie sich eine Radtour durch das Münsterland vorstellen: 1.9 km radeln an der Pipeline, dann 1 Hektar Betonfläche, wieder 1,9 km radeln, 1 Hektar Betonfläche, 1,9 km radeln, 1 Hektar Betonfläche .... Vom Teutoburger Wald bis zur niederländischen Grenze, von Dortmund bis Ibbenbüren; etwa die Hälfte von NRW ist in Aufsuchungslizenzen aufgeteilt und bei Osnabrück geht es in Niedersachsen so weiter.

Uns muss deutlich sein, dass wir es hier mit einer ganz neuen Dimension von Energiegewinnung zu tun haben. Der Flächenbedarf und die Zerstörung der Landschaft gehören unausweichlich zu diesem Verfahren. Daran ändern auch einige Büsche, die um die Förderplätze gepflanzt werden, nichts.

Darf eine Landesregierung ohne zwingenden Grund, lediglich in der Hoffnung auf Förderabgaben, gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung etwa die Hälfte des Landes dieser Technologie überlassen? Darf eine Landesregierung die massive Zerstörung der Landschaft zulassen? Darf eine Landesregierung die auch hier nicht wegdiskutierten Restrisiken bei Aufsuche, Förderung, Transport und die weiterhin ungeklärte Entsorgung in Kauf nehmen? Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Risiken und Belastungen durch Fracking! Und dies alles, obwohl wir dieses Gas nicht brauchen ?

Manfred Lück, Drensteinfurt

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