CO2-Lagerstätte undicht

Austretendes Gas in weltweit größter CO2-Lagerstätte – Versuche auch in Deutschland

In Nordrhein-Westfalen gibt es Überlegungen, die nach einem Fracking ausgebeuteten Bohrlöcher für die “Speicherung” von CO2 zu verwenden. Dabei wird das bei der Kohleverbrennung anfallende CO2 unter enormen Energieaufwand, Experten sprechen von bis zu 20%, aus den Verbrennungsabgasen gefiltert und anschließend unter hohem Druck in den Boden gepresst ("Carbon capture and storage" - CCS). Die Hoffnung ist, dass es unten in der Erde bleibt. Der wirtschaftliche Hintergrund ist, das über die CO2-Abscheidung teure CO2-Zertifikate eingespart und Klimaziele eingehalten werden können.

Über die Sinnhaftigkeit des Verfahrens gibt es viele Zweifel. Zumal die Anzahl der davon profitierenden, sprich die 4 großen Energieversorger in Deutschland, recht begrenzt ist.

In Kanada tritt jetzt an der weltweit größten CO2-Lagerstätte das dort mühsam eingepresste Gas aus:

“Die Landwirte Cameron und Jane Kerr wohnen beim CCS-Versuchsfeld in das seit 10 Jahren CO2 in den Boden gepumpt wird. Sie berichten, dass ihnen zum ersten Mal im Jahr 2005 ein ungewöhnlich hohes Algenwachstum aufgefallen sei. Danach fanden sie immer wieder tote Katzen, Ziegen und Hasen. Außerdem seien Stellen aufgetreten, an denen austretendes Grundwasser durch enthaltene Gasblasen sprudelte. Die Consulting-Firma Petro-Find Geochem ließ die Vorfälle untersuchen. Nach den Ergebnissen weist der Boden eine ungewöhnlich hohe CO2-Konzentration auf, und das Isotopenmuster weist Übereinstimmung mit Proben aus der Deponie auf.”

Das zuständige Umweltministerium lässt die weitere Einlagerung trotzdem nicht stoppen. Ohne die CO2-Einlagerung könnte Kanada niemals die im Kyoto Abkommen versprochenen Klimaziele erreichen und müsste auf die fragwürdige Produktion von Methan aus Braunkohle verzichten.

Die sogenannte CCS Technologie findet sich auch im “Energiekonzept” der Bundesregierung von 2010. Bisher gibt es dafür aber noch keine Genehmigung. In Schleswig-Holstein sind bereits ehemalige Gaskavernen für die Lagerung vorbereitet. Wie die Bürgerinitiative “Kein CO2 Endlager Altmark” berichtet, soll 2011 in Wittstock ein Großversuch stattfinden, bei dem CO2 in oberflächennahen Grundwasserleitern eingebracht wird. Bezahlt wird der Großversuch von EnBW, E.ON, RWE, Stadtwerke Kiel, Vattenfall sowie Wintershall. Untersucht werden die Verbreitung des CO2 in den Erdschichten und die Folgen für das Grundwasser:

“An einem Standort mit ähnlichem geologischem Aufbau wie die Altmark soll die Ausbreitung von CO2 in oberflächennahen Formationen anhand eines Großversuchs untersucht werden.“ und weiter: „durch das Prozessverständnis aus dem CO2-Injektionsversuch ergänzt, so dass Schadensszenarien für den Standort des EGR-Pilotversuchs realistisch prognostizierbar werden.”

Auch in den vorgesehen Fördergebieten für unkonventionelles Gas in Nordrhein-Westfalen könnten nach den Berichten der IGs “Gegen Gasbohren” CO2 eingelagert werden.

Quellen:

http://www.heise.de/tp/blogs/2/149089

http://www.kein-co2-endlager-altmark.de/downloads/pressemitteilung-14012011.pdf

Wir verweise auch auf unseren Artikel: 2 Fliegen unter einer Klappe

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