Bürgerinitiative in Lünne gegen Gasbohrungen

Eine ganze Reihe Einwohner der Gemeinde Lünne im Emsland sind beunruhigt und haben sich in der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren – Schönes Lünne“ organisiert. Die Lokalpresse berichtete zwar über die geplante Bohrung, über die Gründung der BI aber nicht. Sie veröffentlicht lediglich die Verlautbarungen der offiziellen Stellen. Eine daraufhin verfasste Leserzuschrift wurde gekürzt. Hier können Sie sie im Wortlaut lesen.

Die BI sagt:

 

"Wir betrachten unsere Natur und Umwelt als hohes Gut und wichtiges Stück Lebensqualität. Als Lebens- und Freizeitraum benötigen wir sie zum Überleben. Als landwirtschaftliche Fläche nutzen wir sie als Lebensgrundlage."

Deshalb fordert die BI „Gegen gasbohren – Schönes Lünne“:

Die jetzt begonnenen Erkundungsbohrung soll rund einen Monat dauern. Sie ist nach Bergrecht genehmigt worden – dessen “Glückauf!“ ist eher dem 19. Jahrhundert verhaftet als moderner Bürgerbeteiligung oder gar Ökologie.  Mit der Bohrung will Exxon unter anderem Daten aus dem Untergrund und über Gesteinsformationen sammeln. Für den Bohrplatz wird eine Fläche von zirka 2300 Qua­dratmetern benötigt. Der Bohrturm hat eine Höhe von 31 Metern. Gebohrt wird  1500 m tief. Exxon verspricht, nach Abschluss der Arbeiten den Platz wieder zurückzubauen. Wie in Nordwalde hatte Exxon das Projekt im Vorfeld öffentlich vorgestellt.

Das Fracturing-Verfahren wird dabei in Lünne nicht angewandt werden. “Hydraulic Fracturing” ist das umstrittenste Verfahren zur Förderung von unkonventionellem Erdgas. Während Flözgas oder Grubengas durch konventionelle Bohrungen gefördert werden kann, muss Gas, welches in Schiefer- oder Sandsteinschichten gebunden ist, umständlich befreit werden.  Dazu werden, ausgehend von horizontalen Bohrungen, Millionen Liter Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepumpt, bis dieser, begleitet von Erdbeben der Stufe 1-2 aufbricht. Das Wasser-Sand-Chemie Gemisch dringt in die Risse ein und lässt das Gas entweichen. (mehr…)

Um aktuelle Bedenken der Bürger zu zerstreuen, bietet Exxon Führungen über das Bohrgelände an. Des Weiteren ist nach Bekanntgabe der Ergebnisse eine öffentliche Bürgerversammlung in Lünne „für Mitte dieses Jahres“ geplant. Dann - kurz vor der Kommunalwahl - wird Bürgermeister Bernhard Hummeldorf ( Samtgemeinde Spelle) erklären, ob er sich tatsächlich bereits insgeheim auf 18 Bohrtürme freut, die ihm die Firma Exxon versprochen hat, wenn es zu einer Förderung kommen sollte – so Christina und Markus Rolink in ihrem Leserbrief. „Also doch keine Testbohrung?“

Die Nordwalder Interessengemeinschaft „Gegen Gasbohren“ (IGGG) befürchtet bereits, dass sich die Bohrungen in Lünne wegen der räumlichen Nähe bis weit in den Kreis Steinfurt auswirken. Unter anderem könnte die Trinkwasserversorgung betroffen sein. „Hier kann man wieder sehen, dass es als Nächstes jeden treffen kann“, sagt Markus Knäpper von der Nordwalder IGGG.

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robertkoop.wordpress.com/2011/01/06/schones-lunne/

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