Bissendorf und der Rest der Welt

Bissendorf und der Rest der großen weiten Welt

In Bissendorf sucht die Firma Exxonmobil nach Erdgas. Zurzeit ruhen zwar die Arbeiten, aber mit den Probebohrungen wurden auch Fragen aufgeworfen, welche Vor- und Nachteile mit einer möglichen Förderung verbunden sind.

Die Vorteile wurden dem Gemeinderat von den Vertretern der Firma Exxonmobil mehrmals intensiv erläutert:

  1. Die Umstellung von Kohle auf Erdgas sei eine „Brückentechnologie“, die unseren Energiebedarf sichern könne und gleichzeitig CO2 mindern würde, bevor regenerative Energien flächendeckend eingesetzt seien.
  2. Heimisches Erdgas würde den Energiemarkt unabhängig von ausländischen (russischen) Importen machen.
  3. Und nicht zuletzt würde die Gemeinde Bissendorf anteilige Gewerbesteuer von der Förderung bekommen.

Nachteile wurden nicht benannt. Erst eigene Recherchen haben gezeigt, dass es ziemlich viele davon gibt. Denn das angepeilte Gasvorkommen ist keine unterirdische Blase, die angestochen werden muss, sondern besteht aus vielen kleinen Hohlräumen, die keine Verbindungen untereinander haben. Diese Verbindungen („Wegsamkeiten“) herzustellen – genau das ist das Problem, denn dazu werden giftige Chemikalien, hohe Drücke und große Energiemengen eingesetzt. Solche Erdgasvorkommen nennt man „unkonventionelles“ Erdgas, das dazugehörige Förderverfahren „unkonventionelle Förderung“ oder „Fracking“.

Nachdem „Fracking“ in den USA zu großen Umweltproblemen geführt hatte, ist die Diskussion auch bei uns angekommen. Dort, in den USA, hatte sich gezeigt, dass die Energieunternehmen auch die laschesten Umweltschutzauflagen noch umgingen und technische Standards nicht eingehalten haben. So war das „Fracken“ mit Diesel, einem der Hauptträger der hochgiftigen BTEX Chemikalien (Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol), im Jahr 2003 durch eine freiwillige Verpflichtung der Branche untersagt worden. Anfang dieses Jahres stellte sich heraus, dass sich nur wenige Unternehmen an die Absprache gehalten haben. Mehr als 121 Millionen Liter Frack-Flüssigkeit mit dem Additiv Diesel wurden danach immer noch eingesetzt. [1]

Die Gasindustrie behauptete auch, die zurückgeförderten Frack-Flüssigkeiten zu recyceln. Auf einer Informationsveranstaltung zum „Fracking“ im Marcellus Shale, größtes Fördergebiet für „unkonventionelles“ Gas in den USA, berichten Experten über ihre Erfahrungen mit Frack-Wasser. Bruce Jankura von der Environmental Protection Agency (EPA). der staatlichen Behörde für Umweltschutz, sagte, dass seine Behörde zwar für die Überwachung der Rückflüsse des Frack-Wassers zuständig sei, sich dabei aber lediglich auf die Meldungen der Unternehmen stützen könne. Dr. Anthony Ingraffea, Fracking-Experte an der Cornell Universität, sagte, dass nach den aktuellen Zahlen nur 10% des eingesetzten Wassers tatsächlich recycelt werde. Und nicht einmal jedes Unternehmen versuche es überhaupt, denn nach dem Einsatz sei es für einen erneuten Einsatz gar nicht mehr geeignet. Aussagen zum Recycling von Frack-Wasser nannte er „B.S.“ („Bullshit“). Dr. Theo Colburn, zuvor Berater der EPA (amerikanische Umweltbehörde) und Umweltgesundheits-Analyst, ergänzte, dass im verwendeten Frack-Wasser bis zu 596 bekannte und bis zu 50% unbekannte Chemikalien enthalten sein können. Eine Behandlung all dieser Chemikalien sei so gut wie unmöglich. (Quelle)

In Europa, behaupten die Unternehmen, gäbe es so etwas nicht, da würden Frackflüssigkeiten und Tiefenwässer ordnungsgemäß entsorgt. Natürlich haben das die Untenehmen in den USA auch behauptet, sonst hätten sie auch dort keine Genehmigung erhalten. Doch zwischen Behauptungen und tatsächlichem Handeln gab und gibt es in swn USA anscheinend große Abweichungen. Und selbst mit angestrengt bestem Willen, die Behauptung, in Europa würde das alles ganz anders sein, scheitert schon im allerersten Augenblick an der bitteren Klippe der Realität, was Störfälle der ersten Förderungen in Europa (z.B. Söhlingen) zeigen.

Die Entsorgung von Frackingflüssigkeiten der Gasindustrie löst diese übrigens weitgehend dadurch, dass die Flüssigkeiten in ausgebeutete Bohrlöcher gekippt werden. In der Tat ist dieses Verfahren nicht einmal ungesetzlich, wenn die Löcher später abgedichtet werden, was auf ein ebenso geringes Problembewusstsein bei den Genehmigungsbehörden hinweist (was im Grunde noch ein viel größeres Ärgernis ist).

Doch mit der Förderung „unkonventioneller“ Gasvorkommen sind nicht nur große Umweltprobleme verbunden, auch die oben beschriebenen Vorteile stehen bei genauer Betrachtung gar nicht mehr ganz so glänzend da.

1. Das Märchen von der „Brückentechnologie: Die Behauptung, dass bei der Verbrennung von Erdgas 50% (Exxon behauptet sogar 55%) weniger CO2 freigesetzt würde als bei der Verbrennung von Kohle, hält einer genaueren Untersuchung nicht stand. Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat jetzt eine Lebenszyklusanalyse zum Einsatz von Erdgas durchgeführt. Dabei wird nicht nur der Vorgang der Verbrennung berücksichtigt, sondern auch die bei der Förderung freigesetzten Klimagase.
Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan. Methan ist ein Gas mit einer um den Faktor 20 höheren Schädlichkeit für das Weltklima als CO2. Bei der Schaffung von „Wegsamkeiten“ zur Förderung von Erdgas („Fracking“), werden auch „Wegsamkeiten“ für unkontrollierte Austritte des Gases geschaffen, die eigentlich keiner will, am wenigsten die Gasindustrie, denn die will „ihr“ Gas ja verkaufen, nicht unkontrolliert entweichen lassen. Wenn man es so militärisch benennen will, sind die Gasaustritte in Folge des „Frackings“ „Kollateralschäden“ der Gasförderung.
Die EPA-Studie zeigt nun, dass diese unkontrollierten Austritte mindestens 35-mal größer sind, als ursprünglich angenommen, im Marcellus-Feld sogar bis zu 9.000-mal! [2] Sie schätzt die Gesamtmenge des bisher ausgetretenen Gases auf mehrere Milliarden Kubikmeter, das Äquivalent der jährlichen Abgase von 35 Millionen Autos. Damit sind allein die unkontrollierten Gasaustritte für ca. 20% des von Menschen verursachten Methans verantwortlich .[3]
Hinzu kommt der Einsatz von Energie, um die Bohrungen durchzuführen, Frackflüssigkeiten und Gase zu transportieren und vor allem, um die hohen Drücke (mehrere hundert bar) untertage zu erreichen. Diese Aufwendungen verursachen ebenfalls teilweise erhebliche CO2-Mengen, die die Energiebilanz des so geförderten Erdgases schmälern.
Und nicht zuletzt fehlen diese finanziellen und energetischen Mittel, die in die „unkonventionelle Erdgasförderung“ investiert werden, bei der Entwicklung und Förderung von regenerativen Energien.
Diese „Brückentechnologie“ baut keine Brücken, im Gegenteil, sie weitet den Abstand zwischen den Technologien! (Quelle)

2. Unabhängigkeit von russischem Gas kann mit einheimischer Gasförderung auch nicht annähernd erreicht werden, denn das in Norddeutschland vermutete Gasvorkommen kann "konventionell" überhaupt nicht, und "unkonventionell" (Fracking) nur mühsam ausgebeutet werden. Die Gasmengen, die bei „unkonventionellen“ Gasvorkommen pro Bohrung gefördert werden können, sind aber so gering, dass dazu Tausende von Bohrungen nötig wären, was bei der Bebauungsdichte in Mitteleuropa völlig undenkbar ist.
Zu dieser Problematik hat das Oxford Institute für Energie gemeinsam mit dem SBC Energie Institute eine Studie über die Auswirkungen von „unkonventionellem“ Gas auf den europäischen Gasmarkt veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Einfluss der „unkonventionellen“ Gasförderung auf den europäischen Markt eher gering sein wird. Je nach lokaler Umweltgesetzgebung kann „unkonventionelles“ Gas zwar größeren Einfluss in einzelnen Ländern erreichen, aufgrund der angestrebten EU-weiten Vereinheitlichung der Umweltgesetze ist das aber unwahrscheinlich, vor allem nicht innerhalb des nächsten Jahrzehntes. (Quelle)

3. So bleiben lediglich die Gewerbesteuer-Einnahmen für die Kommunen. Dieses Argument übt auf viele, insbesondere aber finanziell angeschlagene Kommunen einen hohen Reiz aus und wird von der Gasindustrie auch immer wieder ins Spiel gebracht, zuletzt und sehr penetrant von Exxon-Sprecher Norbert Stahlhut auf WDR5, obwohl er dort über ganz andere Sachen befragt worden war.
Das Problem ist nur: welchen Preis muss eine Kommune für diese Steuerzahlungen ihrerseits bezahlen? Denn entgegen den Beteuerungen der Gasindustrie handelt es sich bei der „unkonventionellen“ Erdgasförderung um eine Risikotechnologie für Mensch und Umwelt. Das betrifft insbesondere die Trinkwassergewinnung. Trinkwasser ist ein besonders schützenswertes Gut. Eine Kommune muss sich darüber im Klaren sein, dass sie diesen Schutz in fremde Hände gibt, wenn sie „unkonventionelle“ Gasförderung auf ihrem Gebiet zulässt. Und diese Hände sind bislang nicht durch besondere Sorgfalt im Zusammenhang mit Trinkwasser aufgefallen! Es fällt schwer, dabei nicht an das Sprichwort vom Bock, der zum Gärtner gemacht wird, zu denken.

Wie schätzt man diese Lage nun in Bissendorf ein, und wie beim Rest der Welt?

Fangen wir bei unseren Antipoden an, in Australien reagierte die Regierung auf Proteste von Anwohnern, nachdem dort BTEX-Chemikalien (s.o.) im Trinkwasser in der Nähe von Gasbohrungen gefunden worden waren, bei denen das „Fracking“-Verfahren zum Einsatz gekommen war. Der australische Raumordnungsminister Tony Kelly hat einen Entwurf vorgestellt, der den Einsatz dieser Chemikalien beim „Fracking“ verbietet und im April 2011 in Kraft treten soll. (Quelle)

In den USA, dem „Mutterland“ des „Fracking“ haben verschiedene Bundesstaaten einen einstweiligen Stopp „unkonventioneller“ Förderungen verfügt. Gleichzeitig ist die Gaslobby dort sehr aktiv und agiert vehement gegen diese „unpatriotischen“ Behinderungen. Die Situation ist einigermaßen verworren.

Europa ist aufgeschreckt, die EU-Kommission hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, ob „Fracking“ dem geltenden Recht widerspricht. Auch wenn sich die politischen Gewichte in Zukunft verschieben sollten, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die antiquierten Bergrechte der einzelnen Länder dem EU-Anspruch weichen müssen, und die Unschädlichkeit für die Umwelt von den Betreibern nachgewiesen werden muss.

Die französische Regierung hat sich inzwischen mit den in Frankreich tätigen Bohrfirmen auf einen vorläufigen Bohr- und Explorationsstopp geeinigt. Die Firmen müssen sicherstellen, dass keine Risiken für die Umwelt entstehen, bevor dieses Moratorium beendet werden soll. Der Stopp gilt erst einmal mindestens bis Juni 2011, bis dahin soll eine Studie weitere Erkenntnisse bringen. Die französische Umweltministerin betont, dass aber selbst, wenn die Bohrungen wieder erlaubt würden, die erneuerbaren Energien damit nicht in Frage gestellt würden. (Quelle)

Zu den Entscheidungen in Frankreich und Australien muss man fairerweise hinzufügen, dass Frankreich damit natürlich auch seine Atomstrompolitik schützt, und Australien ist weltweit der größte Exporteur von Steinkohle. Beide Länder verfolgen also zugleich andere Interessen, als lediglich den Schutz der Umwelt.

 

Deutschland ist unschlüssig. In Nordrhein-Westfalen entwickelt sich nach langem Zögern die Strategie, „unkonventionelle“ Gasförderungen nur nach wasserrechtlichen Gutachten zuzulassen, die jeweils die Unbedenklichkeit der Vorhaben nachweisen. Nachdem der Kreis Steinfurt angedeutet hat, diese Genehmigung zu versagen, würde das für die beantragte Probebohrung in Nordwalde das Aus bedeuten. Insgesamt ist in NRW eine gewisse Skepsis gegenüber den Gasfirmen entstanden. [4]

 Niedersachsen ist noch nicht so weit. Dort verteidigt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie seinen Alleinherrscheranspruch und ist nicht bereit, seine Karten offen zu legen, erfährt aber starke Proteste vonseiten der Politik und aus der Bevölkerung.

Und in Bissendorf empfiehlt Bürgermeister Guido Halfter öffentlich und an alle Ratsmitglieder schriftlich Informationen der Gas-Lobby.

 

 


[1] Im Jahr 2003 unterzeichneten die drei größten Bohrunternehmen der USA (Halliburton, BJ Services und Schlumberger) ein Abkommen mit der amerikanischen Umweltbehörde und sicherten damit zu, dass kein Diesel mehr als Fracking-Zusatz eingesetzt wird. Im Jahr 2005 wurden von der Regierung unter George W. Bush alle Fracking Zusätze, mit Ausnahme von Diesel, vom amerikanischen Wasserschutzrecht (Drinking Water Act) ausgenommen, können also verwedet werden. Erst diese Erlaubnis hat den Bohrboom in den USA überhaupt ermöglicht.

Eine aktuell veröffentlichte Studie berichtet jetzt, dass entgegen den öffentlichen Versprechen in den Jahren 2005 bis 2009 mehr als 121 Millionen Liter Frack-Flüssigkeit mit Diesel als Additiv verwendet wurde; vorwiegend in Texas, gefolgt von Oklahoma, North Dakota, Louisiana und Wyoming. Mehr als 19 Unternehmen wird ein Verstoß gegen die Absprachen vorgeworfen. Darunter auch die Branchengrößen Halliburton und BJ Services. Dazu kommt, dass keines der Unternehmen Aufzeichnungen darüber hatte, ob das Fracking in der Nähe von Trinkwasserbrunnen durchgeführt wurde.

Halliburtons Sprecherin Teresa Wong weigert sich, die Absprache überhaupt wahrzunehmen: „Halliburton does not believe that the companys hydraulic fracturing activities have resulted in a violation of the Safe Drinking Water Act or any other federal environmental law. There are currently no requirements in the federal environmental regulations that require a company to obtain a federal permit prior to undertaking a hydraulic fracturing project using diesel.“

(„Halliburton glaubt nicht, dass die Hydraulic-Fracturing-Aktivitiäten des Unternehmens zu einem Verstoß gegen das Wasserschutzgesetz oder irgendeinem anderen Umweltgesetz führe. Momentan gibt es keine Anforderungen in den staatlichen Umweltregeln, die eine offizielle Erlaubnis vor einem  Hydraulic Fracturing Projekt unter Einsatz von Diesel erfordern.“)

Dabei ist das Abkommen zwischen der amerikanischen Umweltbehörde und Halliburton sogar online auf den Seiten von Halliburton verfügbar. Dort heißt es:

„This is a voluntary agreement between the United States Environmental  Protection Agency (EPA) and BJ Services Company, Halliburton Energy Services, Inc., and Schlumberger Technology Corporation (the service companies  are collectively referred to as the “Companies;” individually as  “Company”), by which the Companies agree to eliminate diesel fuel in hydraulic fracturing fluids injected into coalbed methane (CBM) production wells in underground sources of  drinking water (USDWs) and, if necessary, select replacements that will not cause hydraulic fracturing fluids to endanger USDWs.“

("Dieses ist eine freiwillige Übereinkunft zwischen der Umweltbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (EPA) und BJ Services Company, Halliburton Energy Services, Inc., und Schlumberger Technology Corporation (im Folgenden kollektiv "Companies", einzeln "Company" genannt), in der die Companies zustimmen, auf Diesel in Frackflüssigkeiten beim Einsatz von  Kohlegasproduktion zu verzichten, deren Bohrungen Untergrundquellen von Trinkwasser (USDEs) betreffen, und, wenn nötig, andere Verfahren zu wählen, die USDWs nicht gefährden.")

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer fasste auf der Informationsveranstaltung der Grünen am 31. Januar 2011 in Nordwalde seine Erfahrungen mit ExxonMobil zusammen: „Man bemerkt sehr schnell, dass der Konzern nicht immer die volle Wahrheit sagt.“ (Quelle)

 

[2] “The EPA now reports that emissions from conventional hydraulic fracturing are 35 times higher than the agency had previously estimated. It also reports that emissions from the type of hydraulic fracturing being used in the nation’s bountiful new shale gas reserves, like the Marcellus, are almost 9,000 times higher than it had previously calculated,…”

 

[3] “Billions of cubic feet of climate-changing greenhouse gases—roughly the equivalent of the annual emissions from 35 million automobiles—seep from loose pipe valves or are vented intentionally from gas production facilities into the atmosphere each year, according to the EPA. Gas drilling emissions alone account for at least one-fifth of human-caused methane in the world’s atmosphere, the World Bank estimates, and as more natural gas is drilled, the EPA expects these emissions to increase dramatically.”

 

[4] Für Nordrhein-Westfalen haben Umwelt- und Wirtschaftsministerium in Düsseldorf eine wasserrechtliche Prüfung als Vorbedingung für die Erlaubnis für Probebohrungen, Fracking oder späterer Förderung durch ExxonMobil, Wintershall oder andere Unternehmen verlangt. Die Prüfung wird durch die Unteren Wasserbehörden in den zuständigen Kreisen durchgeführt. Das ist ein Novum, auf das sich jetzt auch die Behörden vorbereiten müssen. Externe Experten soll hinzugezogen werden. Kirsten Weßling, Kreissprecherin in Steinfurt, wies in einen Bericht der Westfälischen Nachrichten jetzt auf den Besorgnis-Tatbestand hin. Damit kann bei Zweifeln an der Ungefährlichkeit eines Verfahrens die Erlaubnis verweigert werden.

Solche Zweifel sind sehr wahrscheinlich, denn der Begriff Besorgnis einer Gewässerverunreinigung wird sehr eng ausgelegt. Das Bundesverwaltungsgericht hat dazu mehrfach entschieden, dass jede Wahrscheinlichkeit der Gewässerverunreinigung geradezu ausgeräumt sein müsse. (Quelle: Das neue Wasserrecht für die betriebliche Praxis, Band 1 (Oktober 2002), Seite 13.)

Der Leiter der unteren Wasserbehörde, Franz Niederau, hat bereits mehrfach  betont, dass er in der Tat Sorgen um das Trinkwasser habe. Wenn sich die Sorgen in belegbare Wahrscheinlichkeiten übersetzen lassen, wird die wasserrechtliche Genehmigung nicht erfolgen.

ExxonMobil dürfte in diesem Fall keine Probebohrungen durchführen. Selbst bei einem positiven Bescheid für die Probebohrungen, müssen das bereits angekündigte Fracking und eine eventuelle Förderung wieder erneut beantragt und durch weitere wasserrechtliche Prüfungen genehmigt werden. Laut ExxonMobil sind die Anträge für die wasserrechtliche Prüfung momentan in Vorbereitung.

Aber auch Norbert Stahlhut, Pressesprecher von ExxonMobil, konnte bei zwei Veranstaltungen in dieser Woche in Nordwalde und Borkenwirthe, eine hundertprozentige Sicherheit bei komplizierten technischen Verfahren nicht ausschließen. Wie auch, bei technischen Verfahren kann es überhaupt keine 100 %ige Sicherheit geben.   (Quelle)

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von Bündnis 90/Die Grünen