Antrag der SPD im Stadtrat Münster für eine vorläufige Einstellung von "unkonventionellen" Gasbohrungen

In der norddeutschen Tiefebene wird Erdgas vermutet. Allerdings nicht als große Gasblase untertage, die man nur anzustechen braucht, sondern als kleine Gasbläschen im Gestein, die ihren Inhalt nur sehr widerwillig abgeben. Hier wurde von den Gasförderunternehmen eine Technik entwickelt, um dieses Hindernis zu umgehen, die sogenannte "unkonventionelle" Gasförderung oder auch "Fracking" genannt. Allerdings hat sich gezeigt, dass diese Technik sehr, sehr große Nebenwirkungen und Umweltschädigungen nach sich zieht, sodass von einem unkritischen Einsatz abzuraten ist. Genau das hat die SPD im Stadtrat unserer Nachbarstadt Münster erkannt und am 30.1.2011 einen Antrag auf vorläufigen Stopp und Prüfung sämtlicher "unkonventionellen" Bohrungen gestellt.

Der Antrag sieht eine genaue Prüfung möglicher Folgeschäden durch die Bohrungen vor. Insbesondere fordert er, mögliche Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung zu prüfen. Besonders aufschlussreich ist der Hinweis auf die Gasförderung bei Söhlingen bei Rothenburg/Wümme der Firma Exxon, bei der seit Jahren "Fracking" angewendet worden sein soll. Exxon-Sprecher Norbert Stahlhut und Vertreter des niedersächsischen Bergamtes hatten in Bissendorf noch bestritten, dass die Technik in Niedersachsen bereits angewendet würde. Das lässt den Verdacht keimen, es solle etwas vertuscht werden, denn Söhlingen ist durch massive Umweltproblem in die Schlagzeilen geraten.

Osnabrücks Nachbarstadt Münster hat sich also dem Thema "unkonventionelle Gasförderung" angenommen. Wir hoffen sehr, dass dieser Antrag nicht nur in Münster Wirkung zeigt.

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