Presserklärung zum sogenannten "Masterplan"

Erklärung zum sog. Masterplan

Gebetsmühlenartig wiederholen die Befürworter des Industriegebiets die Behauptung, der sog. Masterplan hätte vielen Bedenken gegen die Ansiedlung der Spedition Koch Rechnung getragen und die Planung sei besser geworden.

Besser für wen?

Für die Anwohner sicherlich nicht: es wird jetzt mit einem Nachtverkehr von 20 bis 37 LKW/ Stunde in der Spitzenzeit gerechnet.  Lärm und Licht rund um die Uhr für Natbergen können nicht als Verbesserung angesehen werden.

Für die weitere Umgebung sind 700 LKW-Fahrten im Tagesdurchschnitt auch keine gute Nachricht. Wo sind denn da die Verbesserungen gegenüber der alten Planung?

Es werden jetzt 140 bis 160 Laderampen geplant, im Juni waren es noch 54. Es ist sicherlich eine Verbesserung für die Spedition, ob dies auch eine für Bissendorf ist?

Die neue Anordnung der Gebäuden kann auch nicht wirklich als vorteilhafter für die Landschaft gesehen werden: quer im Tal liegend werden die Hallen in aufsteigender Höhe bis zu 17 Meter aufgestockt.

Die Spedition siedelt in einem Industriegebiet, um Gefahrgut lagern zu können und um Entwicklungschancen offenhalten zu können. Ist das wirklich eine positive Perspektive für die Gemeinde?

Vielleicht ist in finanzieller Hinsicht alles besser geworden. Gibt es mit der neuen Planung weniger finanziellen Risiken für die Gemeinde?

Der Bürgermeister hat folgende Kosten, die auf die Gemeinde für die nächsten 6 Jahre zukommen, genannt:  

 einmalige Verwaltungskosten der oleg36.000,- €
 jährliche Verfahrenskosten85.000,-  bis 100.000,- € / Jahr
Planungskostenanteil für SL-Flächen und Straßen und Rückhaltebecken/ Gemeinde Vorhaltungsfläche 29 %48.741,- €
Anteilige Erschließungskosten 1.000.000,- €       
evt. Rückkauf der Flächen nach 6 Jahren                  2.400.000,- €
Die Gemeinde wird auf jeden Fall die oleg-Kosten und die Planungkosten zahlen müssen, dies sind mindestens 600.000,- €.

 

 

 

 

 

Wenn Solarlux die Flächen kauft, können die Erschließungskosten auf den Grundstückpreis zugeschlagen werden, wenn nicht, bleibt die Gemeinde auf 3,4 Mio. € Schulden sitzen.

In wie fern sind die Risiken geringer geworden?

Bei einem Vorhaben, das als "wichtigste Weichenstellung der letzten drei, vier Jahre" von  Herrn Henkelmann in der Neuen OZ vom 23.12.2009 bezeichnet wird, ist es gerechtfertigt, die Sachlage genau beurteilen zu können.  Die Anzahl der LKW-Fahrten in der Nacht, die Zahl der Laderampen, die Grundlagen des Lärmgutachten usw., diese Fragen habe ich während der Tagung gestellt, auch um beurteilen zu können, ob die Planung tatsächlich vorteilhafter geworden ist. Wenn Herr Henkelmann meint, es seien unqualifizierte Fragen gewesen,  bedeutet es für mich, daß ihn die konkreten Auswirkungen der Ansiedlung der Spedition auf die BürgerInnen und auf die Gemeinde nicht interessieren.  Die vermeintlichen Vorteile der Ansiedlung werden umso größer gesehen, je mehr die Nachteile ignoriert werden. Diese einseitige Betrachtung des Vorhabens kann nicht als seriöse Entscheidungsgrundlage für den Rat betrachtet werden und wird von uns entschieden zurückgewiesen.

M.D. Guyard
Sprecherin der Gruppe Grünen / UWG im Rat der Gemeinde Bissendorf

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von Bündnis 90/Die Grünen