Pressemitteilung der Ratsfraktion und des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen in Bissendorf

Die Gründe für den Umzug von Solarlux sind sicher nicht allein in der politischen Auseinandersetzung um das Natberger Feld zu suchen.
Die Ratsfraktion und der Ortsverband der Grünen weisen daher die Vorwürfe der "systematischen Wirtschaftsfeindlichkeit" mit Nachdruck zurück. Guido Halfter ist in Erklärungsnot, weil es ihm trotz satter Ratsmehrheit und eindeutigem Flächenangebot nicht gelungen ist, das Unternehmen in Bissendorf zu halten. Als Sündenbock stehen wir nicht zur Verfügung.
Es ist vielmehr davon auszugehen, dass das Angebot in Melle aufgrund der Wirtschaftlichkeit und der Exposition als Gesamtpaket attraktiver ist.

Grüne Wirtschaftspolitik ist auf allen politischen Ebenen bestrebt, die Kriterien einer Zukunftsfähigkeit vollständig zu formulieren und nicht auf bloßes Wachstum zu setzen. Wirtschaftliche Entwicklung ist nur dann zukunftsfähig, wenn sie bereit und in der Lage ist, auch soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen.
Für Bissendorf bedeutet das, sich endlich mit den tatsächlichen Rahmenbedingungen abzufinden und Entwicklungsstrategien anzupassen. Als ländlich-landwirtschaftlich geprägte Flächengemeinde haben wir im Wettbewerb gegenüber städtischen Kommunen klare Nachteile, was die Ausweisung von Gewerbeflächen angeht. Der Fall Natbergen zeigt dies mehr als deutlich und beispielhaft.
Gleichzeitig - und das ist unser wichtigster Standortfaktor - zeichnet sich Bissendorf durch eine hohe Wohn- und Lebensqualität aus, die im Umfeld einer Großstadt von besonderer Bedeutung ist. Die Haushaltslage für die Gemeinde honoriert das trotz allgemeiner Schieflage mit relativ stabilen Einkommensteuereinnahmen, während die Gewerbesteuereinnahmen sehr von der Konjunktur und Investitionsvolumen bei Unternehmen (was gerne verschwiegen wird) abhängig sind.


Wir als Grüne Fraktion und Ortsverband werden uns weiterhin konstruktiv einbringen und Beschlüsse mit tragen, wenn es um gewerbliche Entwicklung mit Augenmaß und ohne Flächenfrass geht. Wir werden auch als Minderheit weiter laut und deutlich kritisch bleiben, wo diese Entwicklung mit den oben genannten Kriterien nicht zu vereinbaren ist.
Das Natberger Feld muss jetzt das bleiben, was es seit Jahrhunderten ist: ein weitgehend unbebauter Raum in landwirtschaftlicher Nutzung mit weiteren wichtigen Funktionen für Bissendorf und unser Umland.
Für Gewerbebetriebe ohne den hohen Flächenbedarf von Koch oder Solarlux haben wir in Bissendorf genügend andere Möglichkeiten.

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