Wohnbebauung nur mit nachhaltigen Konzepten entwickeln

Wie soll es in Bissendorf-Ost weitergehen?

18. Mär. 2021 –

Zwei Petitionen aus Bissendorf zu ein und demselben Thema, nämlich den Planungen zu einem Baugebiet in Bissendorf-Ost, könnten nicht gegensätzlicher sein. Die eine Gruppierung wehrt sich gegen jede Bebauung östlich des Sonnensees, die andere fordert mehr Bauplätze in Bissendorf auch auf Kosten natürlicher Ressourcen.
Für uns zeigt diese Polarisierung vor allem, dass die Verwaltung und Mehrheitspolitik im Gemeinderat zu wenig Öffentlichkeit zugelassen haben, aber auch, dass die Menschen vor Ort diese einfordern. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde im Januar abgelehnt.
Wir freuen uns aber zunächst, DASS uns die öffentliche Meinung entgegenkommt.

In der Sache vertreten wir eine klare Linie: Wenn es um die Entwicklung neuer Baugebiete geht, sehen wir die drei größeren Ortsteile Bissendorf, Wissingen und Schledehausen als Entwicklungsschwerpunkte. Die Versorgungsqualität, drei existierende Grundschulen, die Kinderbetreuungsangebote und ein Anschluss an den ÖPNV sprechen u.a. dafür.
In den sehr ländlichen Ortsteilen unserer Flächengemeinde wollen wir genau prüfen, ob und wie eine behutsame Nachverdichtung auf existierenden Baugrundstücken oder als Lückenschluss zwischen zwei Gebäude vertretbar ist. So eng und genau wollen wir die Kriterien hier definieren.

Für das diskutierte Baugebiet Bissendorf-Ost werden wir wie für alle weiteren Entwicklungen in der Gemeinde die Maßstäbe mit Blick auf den Klimaschutz, den Artenschutz, den Flächenverbrauch und die Auswirkungen auf Natur und Landschaft sehr hoch ansetzen. Konkret heißt das, dass wir einer Ausweisung in diesem Fall nur zustimmen werden, wenn es passt:

  • Der Frage nach dem „ob“ muss die Frage nach dem „wie groß“ folgen.
  • Die naturnahen Zonen im nördlichen Bereich des Plangebietes sollen unbelastet bleiben und darüber hinaus noch aufgewertet werden.
  • Die Struktur des Gebietes muss grundsätzlich die Nutzung aller Gebäude für Photovoltaik und Dachbegrünung/Regenwasser-Rückhaltung vorsehen.
  • Das Konzept muss auch für bezahlbaren Wohnraum sorgen.
  • Es darf keine Durchgangsstraße nach Norden geben, die Erschließung des Gebietes muss Fußgängern und Radfahrern mehr Raum geben.
  • Die Energieerzeugung für ein neues Baugebiet muss gemeinschaftlich und zu 100% regenerativ sichergestellt werden.

Nur mit diesen Eckdaten werden wir den Forderungen gerecht, die die Zukunft an uns stellt, und möglicherweise könnten wie auch so die Intentionen der beiden gegensätzlichen Petitionen einander näher bringen.

 

Claus Kanke
Sprecher der Ratsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen

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