„Gewalt gegen Frauen“ 18. Januar 202618. Januar 2026 Ein Themenabend in Wissingen Praktisch im Vorgriff auf den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. veranstaltete der Ortsverband der GRÜNEN Bissendorf am 17. November letzten Jahres einen Themenabend. Dass es sich hierbei nicht um ein reines „Frauenthema“ handelt, sondern eines unserer gesamten Gesellschft, wurde nicht zuletzt dadurch deutlich, dass auch etliche Männer den Weg ins Wissinger Schützenhaus fanden. Zur fachlichen Unterstützung für die gewünschte Diskussion waren zwei Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle Osnabrück gekommen: Kathrin Borschel und Jana Hofrichter. Und als Vertreterin der Bundespolitik konnte Filiz Polat als grünes Mitglied des Bundestages gewonnen werden. In ihrer Begrüßung machte Johnna Glüsenkamp, die gemeinsam mit Monika Purwin den Abend moderierte, deutlich, dass Gewalt – oder zumindest die Angst davor – zur Lebensrealität vieler Frauen in unserer Gesellschft gehört. Erschütternd sind hier die einfachen Zahlen: Zwei von drei Frauen werden Opfer sexueller Belästigung, jede dritte erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt und dies häufig in Partnerschften. Hier knüfte Jana Hofrichter an, indem sie darauf verwies, dass es im Jahr 2023 mehr als 180.000 registrierte Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Deutschland gab, also praktisch alle 3 Minuten, Tendenz steigend. Und das sei im Grunde nur die „Spitze des Eisberges“. Vieles bliebe im Dunkeln. Im Weiteren stellte sie zunächst die Arbeit und das breite Spektrum der Frauenberatungsstelle vor. Es reicht von Einzelgesprächen mit Betrffenen über Gruppenangebote bis hin zu Fortbildungen für Polizei und andere öffentliche und soziale Einrichtungen. Als Antwort auf die naheliegende Frage, warum Frauen nicht einfach ihren gewalttägigen Partner verlassen, skizzierte Kollegin Kathrin Borschel den „Kreislauf der Gewalt“, der durch „Trennungsbarrieren“ gekennzeichnet ist: Gemeinsame Kinder, finanzielle Abhängigkeit, fehlende Unterstützung und … Angst, getötet zu werden. Monika Purwin wies beim Punkt „Unterstützung“ auf die langen Wege zur einzigen Beratungsstelle im Landkreis hin. Das sahen auch die beiden Vertreterinnen als Problem, das nur durch eine bessere finanzielle Ausstattung zu beheben sei. Generell mangele es am gesellschaftlichen Diskurs, warf Filiz Polat ein und verwies darauf, dass es in anderen Ländern auch besser ginge. Positives Beispiel sei Spanien, wo z.B. elektronische Fußfesseln für gewalttätige Männer eingesetzt würden. Neben etlichen Fragen aus dem Publikum kam der Hinweis, dass man doch schon einmal damit anfangen könnte, die Notrufnummer der Beratungsstelle ffentlich in der Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Und der Bemerkung, dass das Einsetzen für Frauenrechte „demokratisches Tun“ und damit dringend erforderlich sei, konnte sich sicherlich ein Großteil der Anwesenden anschließen. Es ginge um die Überwindung der Schamgrenze, ergänzte Kathrin Borschel und darum, Stellung zu beziehen. Die Bitte nach einem Blick in die Zukuft am Ende der Veranstaltung nutzten die beiden Beraterinnen für den Appell, mehr Solidarität zu zeigen, die eigene Scham zu durchbrechen und bei Gewalt gegen Mädchen und Frauen nicht einfach wegzuschauen.